Welche Farbe für Keramik Dachziegel wählen? Farbton, Schutz und Tipps zum Streichen

Wer ein Ziegeldach renovieren oder optisch aufwerten möchte, steht vor einer Frage, die weit mehr als Geschmack betrifft: Welche Farbe für Keramik Dachziegel ist die richtige? Die Wahl des Farbtons beeinflusst nicht nur das Erscheinungsbild des Hauses, sondern auch den langfristigen Schutz der Ziegeldeckung. Hinzu kommen die Art der Ziegeloberfläche und die Eigenschaften verschiedener Farbprodukte. Dieser Leitfaden fasst alle relevanten Faktoren zusammen – damit Sie keine teure Fehlentscheidung treffen.

Warum ist die Farbe der Keramik-Dachziegel wichtig?

Ein frisch gestrichenes Ziegeldach ist mehr als ein ästhetisches Statement. Die richtige Farbe für Keramik Dachziegel schützt den Untergrund vor UV-Strahlung, Frost und eindringendem Wasser. Ungefärbte oder beschädigte Ziegel nehmen mit der Zeit Feuchtigkeit auf, was zu Moosbefall, Ausblühungen und im schlimmsten Fall zum Frostschaden führt. Eine hochwertige Dachfarbe versiegelt die poröse Oberfläche, ohne die Dampfdurchlässigkeit vollständig zu unterbinden – ein entscheidender Unterschied zu einfachen Abdichtungsanstrichen.

Darüber hinaus beeinflusst die Farbe die thermische Leistung des Daches erheblich. Dunkle Töne absorbieren mehr Sonnenwärme und erhöhen die Oberflächentemperatur im Sommer, während helle Farben das Dach kühler halten. Für Häuser ohne Aufdachdämmung ist dieser Faktor keineswegs zu vernachlässigen. Schließlich wirkt sich die Dachfarbe direkt auf den Immobilienwert aus: Ein gepflegtes, farblich stimmiges Dach steigert die Attraktivität des Gebäudes und erleichtert bei Bedarf den Wiederverkauf.

Genehmigungen und Vorschriften – was ist erlaubt?

Bevor ein Pinsel oder eine Spritzpistole zum Einsatz kommt, ist ein Blick in die örtliche Bauordnung und den Bebauungsplan Pflicht. In vielen deutschen Gemeinden – insbesondere in historischen Ortskernen, Denkmalschutzbereichen und Landschaftsschutzgebieten – sind Dachfarben vorgeschrieben oder auf bestimmte Töne beschränkt. Typischerweise sind in dörflichen Lagen gebrannte Rottöne und Brauntöne Pflicht; Schwarz, Grau oder gar Weiß können genehmigungspflichtig oder verboten sein.

Wer in einer Eigentümergemeinschaft lebt, muss zusätzlich die Teilungserklärung und ggf. einen Gemeinschaftsbeschluss einholen. Für denkmalgeschützte Gebäude ist grundsätzlich die Untere Denkmalschutzbehörde zu kontaktieren, bevor Farbe auf die Ziegel kommt. Ein Verstoß gegen diese Vorgaben kann eine kostenpflichtige Rückbaupflicht nach sich ziehen. Im Zweifel gilt: erst fragen, dann streichen.

Ein Fachmann streicht das Dach mit einer Spritzpistole, Beschichtung in Anthrazit, Farbe für Keramik Dachziegel

Typische Farbtöne bei Keramik-Dachziegeln

Die Bandbreite verfügbarer Dachfarben ist heute breiter als je zuvor. Klassische Töne wie Terrakotta und Naturrot dominieren zwar weiterhin das süddeutsche und mediterrane Erscheinungsbild, doch in der modernen Architektur haben Anthrazit, Dunkelgrau und Graphit deutlich an Bedeutung gewonnen. Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über die gängigsten und ihre Anwendungsfelder.

Farbton Wirkung Passende Fassaden Beliebte Anwendung
Terrakotta / Naturrot Warm, klassisch Weiß, Ocker, Sandstein Mediterrane und ländliche Häuser
Anthrazit / Dunkelgrau Modern, elegant Weiß, Grau, Beton Zeitgenössische Architektur, Flachdächer
Ziegelrot (dunkler) Traditionell, kräftig Weiß, Beige, Hellgrau Norddeutsche Klinkerhäuser
Braun / Schokolade Erdverbunden, ruhig Holz, Ocker, Beige Landhäuser, Reetdach-Optik
Grau (Mittelton) Neutral, zeitlos Nahezu alle Fassaden Universell einsetzbar
Schwarz / Graphit Dramatisch, hochwertig Weiß, Hellgrau, Beton Designhäuser, Neubauten
Moosgrün / Oxid Natürlich, dezent Holz, Naturstein, Grau Häuser in Waldgebieten
Beige / Sandton Hell, freundlich Warme Erdtöne, Creme Ferienhäuser, mediterrane Stil

Welcher Ton passt zu Ihrer Fassade?

Die Koordination von Dach- und Fassadenfarbe ist keine Frage des Zufalls. Als Grundregel gilt: Das Dach soll die Fassade ergänzen, nicht konkurrieren. Warme Ziegeltöne – Terrakotta, Rotbraun, Schokolade – harmonieren mit hellen Putzfassaden in Weiß, Creme oder Ocker. Gleichzeitig wirken sie erdend bei Holzverkleidungen und Natursteinsockeln.

Kühle Töne wie Anthrazit oder Schiefergrau verlangen nach einer klaren, modernen Fassade. Weiße oder hellgraue Putzflächen bilden dabei den stärksten Kontrast; Beton und Faserzement passen ebenfalls gut. Wer ein Haus mit gemischter Fassadenstruktur hat – etwa Klinker unten und Putz oben – sollte den Dachton auf das dominante Fassadenmaterial abstimmen. Grundsätzlich gilt: nicht mehr als drei Farbtöne am gesamten Gebäude, damit das Erscheinungsbild ruhig und stimmig bleibt. Wenn Sie sich für die Leistungen von Renoskam entscheiden, beraten wir Sie gerne zur Farbe für Keramik Dachziegel und mehr. 

Der Untergrund entscheidet – welche Oberfläche haben Ihre Keramik-Dachziegel?

Vor dem Kauf einer Dachfarbe muss der genaue Ziegeltyp identifiziert werden. Naturrot gebrannte, engobierte und glasierte Ziegel verhalten sich grundlegend verschieden – sowohl beim Saugverhalten als auch bei der Farbhaftung. Eine Fehleinschätzung führt zu Ablösungen, Blasenbildung oder einem optisch ungleichmäßigen Ergebnis.

Naturrote Keramik-Dachziegel – porös und gut beschreibbar

Naturrot gebrannte Ziegel besitzen eine offenporige Oberfläche ohne zusätzliche Oberflächenbehandlung. Diese Porosität ermöglicht eine hervorragende Farbhaftung, weil die Farbe mechanisch in den Untergrund eindringt. Gleichzeitig bedeutet Porosität einen höheren Farbverbrauch: Die erste Schicht saugt sich buchstäblich in den Ziegel – ein Grundierer ist hier zwingend erforderlich, um den Verbrauch zu kontrollieren und eine gleichmäßige Deckung zu erzielen. Naturrot gebrannte Ziegel sind die dankbarsten Untergründe für nahezu jede Dachfarbe.

Engobierte Keramik-Dachziegel – matte Oberfläche mit geringerer Saugfähigkeit

Engobierte Ziegel haben eine aufgetragene Deckschicht aus einer feinkörnigen Tonschlämme, die beim Brand aufschmilzt und eine matte, dichte Oberfläche erzeugt. Die Saugfähigkeit ist deutlich geringer als bei naturrotem Ziegel, was die Farbhaftung erschwert. Ein spezifischer Haftvermittler oder eine Dachfarbe mit eingebautem Primer ist hier unerlässlich. Der Vorteil: Engobierte Ziegel sind oft noch nach Jahrzehnten farbintensiv genug, um nur leicht überstrichen werden zu müssen.

Glasierte Keramik-Dachziegel – glatte Glasoberfläche mit geringer Haftung

Glasierte Ziegel sind das anspruchsvollste Substrat. Die glasartige Schmelzschicht ist praktisch nicht saugfähig, glatt und chemisch sehr stabil. Herkömmliche Dachfarben haften darauf kaum. Wer glasierte Ziegel neu einfärben möchte, braucht entweder spezielle Keramikfarben auf Epoxidharz- oder Polyurethanbasis oder muss die Glasur mechanisch anschleifen bzw. mit einem Ätzprimer vorbehandeln. In vielen Fällen ist ein Komplettaustausch der Ziegel wirtschaftlicher.

Wie erkenne ich Naturrot, Engobiert und Glasiert auf meinem Dach?

Der einfachste Test: Tropfen Sie einige Tropfen Wasser auf die Ziegeloberfläche. Naturrot gebrannte Ziegel saugen das Wasser innerhalb von Sekunden auf. Engobierte Ziegel lassen das Wasser kurz stehen, bevor es langsam einzieht. Glasierte Ziegel lassen das Wasser vollständig abperlen. Optisch erkennen Sie glasierte Ziegel an ihrem Glanz, engobierte Ziegel an ihrer matten, gleichmäßig pigmentierten Oberfläche und naturrot gebrannte Ziegel an ihrer rauen, unbehandelten Textur mit leicht variierender Färbung.

Welche Eigenschaften sollte eine Farbe für Keramik-Dachziegel haben?

Nicht jede Außenfarbe ist für ein Ziegeldach geeignet. Dachfarben sind dauerhaft extremer Witterung ausgesetzt: Frost-Tau-Wechsel, intensive UV-Strahlung, Schlagregen und mechanische Belastung durch Schmutz und Algenbefall. Eine gute Farbe für Keramik Dachziegel muss deshalb folgende Eigenschaften mitbringen:

Erstens: hohe UV-Beständigkeit, damit die Farbe nicht binnen weniger Jahre ausbleicht. Zweitens: Elastizität, um Temperaturschwankungen ohne Rissbildung zu tolerieren. Drittens: Wasserdichtigkeit kombiniert mit Dampfdurchlässigkeit – die Farbe soll Regen abweisen, aber Feuchtigkeit aus dem Ziegelkörper herauslassen können. Viertens: Haftung auf dem jeweiligen Untergrund, was produktspezifisch überprüft werden muss. Fünftens: Widerstandsfähigkeit gegen Algen, Moos und Pilze, die auf Dächern besonders gute Bedingungen vorfinden.

Arten von Farben für Keramik-Dachziegel

Der Markt bietet verschiedene Produktkategorien an, die sich in Zusammensetzung, Schutzwirkung und Eignung für bestimmte Ziegeltypen unterscheiden. Die folgende Tabelle gibt eine strukturierte Übersicht.

Farbentyp Basis Vorteile Geeignet für
Acrylfarbe Wasserbasis Gute Haftung, UV-beständig, elastisch, kostengünstig Naturrot, engobierte Ziegel; Renovierung älterer Dächer
Silikonfarbe Silikonharz Sehr hohe Wasserabweisung, diffusionsoffen, langlebig Feuchte Klimazonen; Dächer mit starker Bewitterung
Mineralfarbe Kalk- oder Silikatbasis Dampfdurchlässig, alkalisch (antimikrobiell), ökologisch Historische Gebäude, naturrot-poröse Ziegel
Polyurethan (PU) Kunstharzbasis Extrem strapazierfähig, hoher Glanz möglich Stark beanspruchte Flächen, industrielle Anwendungen
Dachbeschichtung (Flüssigfolie) Polymer/Bitumen Nahtlos, wasserdicht, auch als Schutzschicht Flachdächer, Übergänge, Reparatur von Rissen
Nano-versiegelte Farbe Nanotechnologie Selbstreinigend, wasserabweisend, UV-stabil Moderne Ziegeldächer mit hohem Pflegeanspruch

Acrylfarbe

Acryl-Dachfarben auf Wasserbasis sind die meistverwendete Produktkategorie für Ziegeldächer. Sie sind vergleichsweise günstig, einfach zu verarbeiten und in nahezu jedem Farbton erhältlich. Moderne Acrylformulierungen enthalten Fungizide und UV-Absorber, die eine Standzeit von 8 bis 12 Jahren ermöglichen. Gut geeignet für naturrot gebrannte und engobierte Ziegel; auf glasierten Untergründen nur mit speziellem Haftvermittler.

Silikonfarbe

Silikonharzfarben vereinen die Haftung von Acryl mit der Wasserabweisung von Silikon. Die hydrophobe Wirkung hält Schmutz und Feuchtigkeit besonders effektiv fern, während die Diffusionsoffenheit gewährleistet bleibt. Silikonfarben sind teurer als Acrylprodukte, bieten aber bei entsprechender Pflege Haltbarkeiten von 12 bis 15 Jahren. Empfehlenswert für Regionen mit hohen Niederschlägen und nordseitige Dachhälften.

Mineralfarbe

Mineralfarben auf Kalk- oder Silikatbasis sind die ökologischste Variante. Durch ihren alkalischen pH-Wert wirken sie von Natur aus antimikrobiell und behindern Algenwachstum effektiv ohne chemische Zusatzstoffe. Sie sind vollständig diffusionsoffen und daher ideal für alte, gut durchfeuchtete Ziegeluntergründe. Nachteil: Sie sind nur in gedeckten, erdigen Tönen erhältlich und nicht für glatte, wenig saugende Untergründe geeignet.

Polyurethan- und Nano-Beschichtungen

PU-Farben und nano-versiegelte Produkte sind die technisch leistungsfähigsten Optionen. PU-Farben bieten extreme Abriebfestigkeit und einen höheren Glanzgrad. Nano-Beschichtungen erzeugen einen Lotuseffekt, der Schmutz, Moos und Wasser nahezu vollständig abweist. Beide Varianten sind teuer und in der Verarbeitung anspruchsvoller; für handwerklich versierte Heimwerker jedoch durchaus realisierbar. Die Haltbarkeit liegt bei 15 bis 20 Jahren.

Welche Farbe hält auf Keramik am besten?

Auf naturrot gebrannten Ziegeln hält Acrylfarbe mit gutem Primer am zuverlässigsten und kostengünstigsten. Wer mehr Wert auf Langlebigkeit und Schutz legt, greift zur Silikonharzfarbe – sie verbindet die Hafteigenschaften der Acrylbasis mit überlegener Hydrophobie. Auf engobirten Ziegeln ist Silikonfarbe mit eingebautem Haftvermittler die erste Wahl.

Auf glasierten Oberflächen ist die Frage schwieriger: Ohne Vorbehandlung haftet keine Standardfarbe dauerhaft. Wer dennoch streichen möchte, muss die Glasur mit Schleifpapier (Körnung 80) anrauen und anschließend einen Epoxidprimer auftragen, bevor eine PU-Deckfarbe folgt. Für Heimwerker ohne Erfahrung ist es ratsamer, einen Fachbetrieb zu beauftragen – Ablösungen bei glasiertem Untergrund sind kostspielig zu beheben.

So wird die Farbe auf Keramik-Dachziegel richtig aufgetragen

Professionelle Ergebnisse beginnen mit sorgfältiger Vorbereitung. Das Dach muss vor der Beschichtung vollständig gereinigt werden – Algen, Schmutz und Ausblühungen entfernen Fachleute üblicherweise per Hochdruckreiniger. Auch Moos auf dem Dach ist kein seltener Fall und muss beseitigt werden. Anschließend müssen beschädigte Ziegel ersetzt, Risse mit dauerelastischem Dichtstoff geschlossen und die Fläche vollständig abtrocknen gelassen werden. In der Regel sind zwei bis drei Tage Trockenzeit nach der Reinigung einzuplanen.

Der Auftrag erfolgt in zwei bis drei Schichten: zuerst ein Grundierer oder Tiefengrund, dann mindestens zwei Deckschichten im Kreuzgang-Verfahren. Das Aufrollen mit einer Langflor-Rolle oder das Airless-Spritzen liefert gleichmäßigere Ergebnisse als das Pinseln. Die ideale Verarbeitungstemperatur liegt zwischen 10 und 25 Grad Celsius bei niedrigem Luftfeuchtigkeitsgehalt. Direkte Sonneneinstrahlung vermeiden – sie lässt die Farbe zu schnell trocknen und verhindert eine gute Filmbildung. Zwischen den Schichten die vom Hersteller angegebene Trockenzeit einhalten.

Vorher/nachher Fotos wie ein Dach nach der Beschichtung von oben aussieht, Graue Farbe für Keramik Dachziegel

Häufige Fehler beim Streichen von Keramik-Dachziegeln

Der größte Fehler ist das Auslassen des Grundierers. Wer Dachfarbe direkt auf ungrundierten Naturziegel aufträgt, wird einen enormen Mehrverbrauch und eine ungleichmäßige Deckung feststellen. Ein zweiter klassischer Fehler ist das Streichen bei zu niedrigen Temperaturen oder vor einem angekündigten Regenfall – Dachfarben brauchen mindestens 24 Stunden ohne Niederschlag zum Aushärten.

Ebenfalls problematisch: der Einsatz von Innenfarbe oder universaler Fassadenfarbe auf dem Dach. Diese Produkte sind nicht für die extremen thermischen und mechanischen Belastungen einer Dachfläche ausgelegt. Wer außerdem die Reinigung des Daches überspringt oder nur oberflächlich saubert, riskiert, dass die Farbe auf einer Schicht aus Algen oder Kalkschleier aufgetragen wird – eine sichere Grundlage für spätere Ablösungen. Schließlich: zu dicke Einzelschichten führen zu Blasenbildung. Lieber drei dünne Schichten als eine zu dicke.

Fazit – so wählen Sie die richtige Keramik Dach Fliesen Farbe

Die richtige Farbe für Keramik Dachziegel ist das Ergebnis aus vier Faktoren: dem Ziegeltyp, den örtlichen Vorschriften, der Fassadenfarbe und den technischen Anforderungen an Schutz und Haltbarkeit. Wer diese vier Variablen kennt und systematisch abarbeitet, trifft keine Fehlkäufe.

Für naturrot gebrannte Ziegel empfehlen sich Acryl- oder Silikonfarben mit Grundierung. Engobierte Ziegel brauchen einen Haftvermittler. Glasierte Ziegel verlangen spezielle Produkte oder professionelle Vorbehandlung. In jedem Fall lohnt sich eine Probefläche an einer wenig sichtbaren Stelle, bevor das gesamte Dach gestrichen wird. Und: Eine professionelle Dachreinigung vor dem Anstrich ist keine Option, sondern Voraussetzung für ein dauerhaftes Ergebnis.

Wer sich bei der Materialwahl unsicher ist, sollte einen erfahrenen Dachdeckerbetrieb um eine Einschätzung bitten – die Kosten für eine Beratung sind im Vergleich zu einem missglückten Anstrich verschwindend gering.

Dach streichen statt neu eindecken – wann lohnt sich das wirklich?

Eine Neueindeckung mit Keramikziegeln kostet je nach Dachfläche, Region und Material zwischen 80 und 180 Euro pro Quadratmeter – bei einem durchschnittlichen Einfamilienhaus also leicht 12.000 bis 25.000 Euro oder mehr. Ein professioneller Dachanstrich kommt demgegenüber auf einen Bruchteil dieser Summe und verlängert die Lebensdauer der vorhandenen Ziegel nachweislich um 10 bis 20 Jahre. Solange die Substanz des Daches intakt ist – also keine tief ins Material eingedrungenen Flechten, keine brockelnden Ziegel, keine strukturellen Schäden – ist der Anstrich die mit Abstand wirtschaftlichere Entscheidung.

Hinzu kommt: Ein Anstrich erneuert nicht nur die Optik, sondern versiegelt die poröse Ziegeloberfläche neu, verbessert den Schutz gegen Frost und Algenbefall und kann das Erscheinungsbild des gesamten Hauses deutlich aufwerten – mit direktem Effekt auf den Immobilienwert. Wer also vor der Frage steht „Streichen oder neu decken?“, sollte zunächst von einem Fachmann den Zustand der Ziegel prüfen lassen. In den meisten Fällen fällt die Antwort eindeutig aus: Streichen ist günstiger, schneller und genauso wirksam.

FAQ – Häufig gestellte Fragen zur Farbe für Keramik Dachziegel

Kann man Keramik-Dachziegel überhaupt streichen?

Ja, grundsätzlich können alle Arten von Keramik-Dachziegeln gestrichen werden – also naturrot gebrannte, engobierte und glasierte Ziegel. Der entscheidende Unterschied liegt in der Vorbereitung: Während naturrot gebrannte Ziegel mit einem Grundierer und einer hochwertigen Acryl- oder Silikonfarbe direkt beschichtet werden können, benötigen engobierte Ziegel einen Haftvermittler und glasierte Ziegel eine mechanische Vorbehandlung oder spezielle Haftprimer auf Epoxid- bzw. PU-Basis. Das Verb „kann“ bedeutet hier allerdings nicht immer „sollte“: Sind die Ziegel stark beschädigt, bröckeln oder von Moos bis in den Ziegelkern befallen, löst ein Anstrich das Problem nicht – dann ist eine Neueindeckung die wirtschaftlich sinnvollere Lösung. Deswegen ist eine Inspektion vor dem geplanten Streichen notwendig, um die eventuellen Schäden auszuschließen.

Wie lange hält die Farbe auf Keramik-Dachziegeln?

Die Haltbarkeit hängt in erster Linie von der Produktqualität und der Untergrundvorbereitung ab. Einfache Acrylfarben halten unter günstigen Bedingungen 8 bis 10 Jahre. Hochwertige Silikonharzfarben und Nano-Beschichtungen erreichen 12 bis 15 Jahre, bei professionellem Auftrag und regelmäßiger Inspektion auch 20 Jahre. Entscheidend ist, dass die Farbschichten nicht zu dick aufgetragen werden und dass das Dach vorher vollständig gereinigt und getrocknet wurde. Risse oder Ablagerungen unter der Farbschicht reduzieren die Haltbarkeit drastisch.

Was kostet es, ein Ziegeldach streichen zu lassen?

Für eine professionelle Dachbeschichtung inklusive Reinigung, Grundierung und mindestens zwei Deckschichten sind in Deutschland typischerweise 15 bis 35 Euro pro Quadratmeter einzuplanen. Bei einem durchschnittlichen Einfamilienhaus mit einer Dachfläche von 120 bis 150 m² ergibt das Gesamtkosten von 2.000 bis 5.000 Euro. Der Preis variiert je nach Ziegeltyp, Dachneigung, Zugänglichkeit und Zustand des Untergrundes.
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Welche Dachfarbe ist die beliebteste in Deutschland?

Die meistgewählten Dachfarben in Deutschland sind traditionelle Rot- und Braunschattierungen sowie – besonders bei Neubauten und Modernisierungen – Anthrazit und Dunkelgrau. Anthrazit hat in den letzten Jahren stark an Beliebtheit gewonnen, weil es zu modernen Fassaden aus Beton, Putz und Holz gleichermaßen passt. Trotz des Trends zu dunklen Tönen empfehlen Baubehörden nach wie vor, dezente und regionaltypische Farben zu wählen – das erleichtert die Genehmigung erheblich.

Brauche ich eine Genehmigung, um mein Ziegeldach zu streichen?

Das hängt von Ihrer Gemeinde und dem jeweiligen Bebauungsplan ab. Bleibt die Farbe exakt im ursprünglichen Farbton, ist in den meisten Fällen keine Genehmigung erforderlich – es handelt sich um eine reine Instandhaltungsmaßnahme. Wechseln Sie jedoch die Farbe – etwa von Rot auf Anthrazit – kann das genehmigungspflichtig sein, besonders in Gebieten mit verbindlichem Bebauungsplan, Denkmalschutzbereich oder Gestaltungssatzung. Im Zweifel reicht ein einfacher Anruf beim zuständigen Bauamt aus, um sicherzugehen. Wer ohne Genehmigung einen unzulässigen Farbton verwendet, riskiert im schlimmsten Fall eine kostenpflichtige Rückbaupflicht.

Wann ist der beste Zeitpunkt, ein Ziegeldach zu streichen?

Frühjahr und Frühherbst sind die idealen Jahreszeiten. Die Temperaturen liegen zwischen 10 und 20 Grad Celsius, die Luftfeuchtigkeit ist moderat, und die Länge der Trockenphasen ist gut planbar. Im Hochsommer bei über 25 Grad trocknen Acryl- und Silikonfarben zu schnell, was zu Filmrissen und ungleichmäßiger Deckung führt. Im Winter schließlich verhindern Frost und Kondensation eine ordnungsgemäße Filmbildung – aufgetragene Farbe haftet nicht.